Weißt du noch…

Samstags-Eintopf weckt Erinnerungen am Nordwall

Im Haus am Nordwall, Zentrum für Pflege und Betreuung wird derzeit die Küche modernisiert, so dass Küchenchef Peter Bielefeld und sein Team für zwei Wochen im Speisesaal kochen. „In der modernen Gastronomie nennt man das „Showcooking“, kommentiert er humorvoll.

Dies erfordere nicht nur besondere Flexibiliät und Improvisation von den Mitarbeitern, sondern habe auch einer intensiven Vorbereitung bedurft, erklärt Einrichtungsleitung Ribana Klabunde. „Uns ist es wichtig, dass die Bewohner ihr Mittagessen trotz der veränderten Logistik in gewohnter Qualität serviert bekommen: schmackhaft, wohltemperiert und pünktlich.“ So sei bereits einige Wochen vor dem Umbau der Speiseplan für die einhundert Bewohner geplant worden.

 

Aus der Not eine Tugend machen…

Um das Küchenteam an einem Tag in der Woche zu entlasten, wurde beschlossen, die Küche an zwei Samstagen mittags kalt zu lassen – ohne jedoch auf den obligaten Samstags-Eintopf zu verzichten. Hier sollte eine besondere Köstlichkeit aus der regionalen Küche die Senioren erfreuen.

So entstand die Kooperation mit dem Korbacher Suppenrestaurant „EINTOPF“, das dem Zentrum für Pflege und Betreuung nun an zwei Samstagen je hundert Portionen Eintopf – hausgemacht nach traditioneller Rezeptur – liefert.  „Es ist uns ein Anliegen, den örtlichen Handel gerade in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen“, sagt Ribana Klabunde.

Nur beim Eintopf geht es um mehr: Die Suppenmahlzeit hat eine lange Tradition, wird seit vielen Generationen verschiedensten Zutaten bereitet und birgt viele Erinnerungen in sich.
Ein willkommener Anlass auch im Haus am Nordwall in alten Zeiten zu schwelgen und sich besondere Begebenheiten zu erzählen. So widmet man sich dem Eintopf dieser Tage am Nordwall in vielfältiger Weise –  ob in den wöchentlichen Erinnerungsrunden oder dem Gedächtnistraining.
Inspiriert davon werden sogar in „Damenrunden“ historische Familienrezepte ausgetauscht. Oder Senioren, die täglich gemeinsam zu Mittag essen, erinnerten sich an die stärkende Suppenmahlzeit bei anstrengender Feldarbeit und kommen darüber in intensive Gespräche, berichtet Ribana Klabunde erfreut.

So wie mit Horst  Büchsenschütz, der über seine Tradition des Samstagseintopf  berichtet. Das Gemüse hierfür wurde im eigenen Garten angebaut. Er habe es dann geerntet, frisch in die Küche gebracht und seine Gattin zauberte daraus dann ein schmackhaftes Mittagsmahl für die ganze Familie.

Wie schön, dass unser Eintopf nicht nur schmeckt, sondern auch so viel Gesprächsstoff bietet“, finden auch Tanja Quast und Monika Goos vom Suppenrestaurant EINTOPF.

Bildunterschrift: Pierre Neige (Koch), Barbara Digulla (Hauswirtschaftsleitung) freuen sich über die Lieferung des Eintopfs von Monika Goos und Tanja Quast

 

Red. Claudia Schneider, Haus am Nordwall